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Donnerstag, 28. Januar 2010 um 11:10 Uhr

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Projekt BRÜCKENBAUEN bewegt Menschen mit und ohne Behinderung

Sportunion Tirol und Lebenshilfe Tirol ziehen Zwischenbilanz des innovativen Sportangebots

Längenfeld, 27. Jänner 2010: Nordic Walking, Tanzen, Stockschießen, Klettern, Tennisspielen, in den Lebenshilfe-Einrichtungen im Bezirk Imst - allen voran die Einrichtungen Imst, Ötztal Bahnhof und Umhausen - bewegt sich einiges! BrückenBauen nennt sich ein innovatives Projekt der Sportunion Tirol das seit Oktober 2008 im Bezirk Imst neue Akzente setzt. Univ. Prof. Dr. Günther Mitterbauer, Präsident der Sportunion Tirol, bringt die Idee von BrückenBauen auf den Punkt: „Wir wollen Menschen mit Behinderung durch Sport und Bewegung neue Perspektiven aufzeigen, ihr subjektives Wohlbefinden und ihre Lebensqualität steigern und sie durch integrative Aktivitäten vermehrt in die örtlichen Strukturen einbinden." Wie erfolgreich die vergangenen 18 Monate verlaufen sind, wurde im Rahmen einer Feier in Längefeld präsentiert.

BrückenBauen - Ein Projekt in sozialer Verantwortung

Das von der Sportunion Tirol initiierte Projekt BrückenBauen für Erwachsene mit mentaler Behinderung konnte in Kooperation mit der Lebenshilfe Tirol und mit Fördermitteln des Fonds Gesundes Österreich sowie Fit für Österreich an den Standorten Imst, Ötztal Bahnhof und Umhausen in einem Zeitraum von 1,5 Jahren erfolgreich umgesetzt werden. „Die Ergebnisse zeigen, dass die gesetzten Maßnahmen im Ernährungs- und Bewegungsbereich für die rund 90 Betreuten positive Effekte auf deren Lebensqualität bewirkten, u.a. auf die Psyche, den Sozialkontakt, auf die Handlungsfähigkeit", erklärt Univ. Prof. Dr. Günther Mitterbauer, Präsident der Sportunion Tirol. „Die Fortführung dieser Aktion sollte eine moralische Verpflichtung sein, denn über Bewegung und Sport sind mental beeinträchtigte Menschen besonders gut zu erreichen. Bewegung und Sport erweitern die Handlungskompetenz und leisten daher einen wesentlichen Beitrag zu deren Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Aus medizinischer Sicht müssten wegen der durchwegs schlechten Veranlagung von Menschen mit mentaler Behinderung im Stoffwechsel (Übergewicht), Herzkreislauf (geringe Leistungsfähigkeit) und Stütz- und Bewegungsapparat (Wirbelsäule, Haltungsschwächen) regelmäßige Bewegungsaktivitäten zum Betreuungsstandard zählen, denn auch diese Gruppe hat ein Recht auf umfassende präventive Betreuung", so Mitterbauer weiter.

Integration in den täglichen Ablauf

Die Basis für diese gesundheitsfördernden Aktivitäten bilden arbeitsmedizinische Maßnahmen, bei denen ausgebildete TrainerInnen jede Gruppe in den einzelnen Lebenshilfe-Werkstätten einmal pro Woche besuchen und mit ihnen gezielt Übungen durchführen, um einseitigen Arbeitsbelastungen und daraus folgenden körperlichen Problemen entgegenzuwirken. Längerfristig sollen sich die AssistentInnen diese Übungsinhalte aneignen und mindestens einmal pro Tag eine Bewegungspause im Arbeitsalltag der KlientInnen implementieren. „Die arbeitsmedizinischen Maßnahmen gehören inzwischen zum fixen Tagesablauf der KlientInnen in unseren Werkstätten. Sowohl KlientInnen, AssistentInnen als auch EinrichtungsleiterInnen sind von den Einheiten begeistert. Einige AssistentInnen berichteten sogar schon, spürbare physische und teilweise sogar psychische positive Veränderungen beobachtet zu haben", freut sich Lebenshilfe Tirol Geschäftsführer Mag. Anton Laucher.

Projektidee BrückenBauen wird aktiv weitergeführt

Ausreichende Bewegung ist ein fundamentaler Baustein für ein gesundes und ausgewogenes Leben. Fehlt die notwendige Bewegung oder ist sie nur sehr einseitig, dann sind körperliche Probleme, von Haltungsschwächen bis hin zu Haltungsschäden, vorprogrammiert. „Die Sportunion Tirol hat sich gemeinsam mit der Lebenshilfe Tirol dieser Problematik gewidmet und ein Projekt initiiert, das neben Bewegungsschwerpunkten das Thema gesunde Ernährung und Integration aufgreift, um das ganzheitliche Wohlbefinden der KlientInnen in den teilnehmenden Einrichtungen zu fördern. Nach 1,5 Jahren Projektlaufzeit kann nun auf eine erfolgreiche Bilanz zurückgeblickt werden", ist Projektkoordinator MMag. Florian Ragg stolz. Sowohl die KlientInnen als auch die MitarbeiterInnen der Lebenshilfe Tirol waren vom Projekt begeistert. Erste Evaluierungsergebnisse bestätigen dieses Feedback und zeigen, dass die Stimmung und Handlungskompetenz der Klientinnen positiv beeinflusst wurden. „Es konnten sowohl Ernährungs- als auch Bewegungsexperten ausgebildet werden, die ihr neu angeeignetes Wissen direkt in die jeweilige Einrichtungen transportieren. Dabei nahm jeweils ein Mensch mit Behinderung und ein/e Assistent/in pro Einrichtung teil. So soll sichergestellt werden, dass nach Projektende die Projektidee weitergeführt wird". Das Engagement der regionalen Sportvereine hat gezeigt, dass Integration im Tiroler Oberland nicht nur ein Schlagwort ist. Die Sportvereine veranstalteten gemeinsam mit der Sportunion Tirol Schnupperkurse und Sporttage, an denen die KlientInnen verschiedene Sportarten ausprobieren und Kontakt zu Vereinsmitgliedern knüpften konnten. Sowohl die TeilnehmerInnen als auch die Vereine freuten sich über das gemeinsame Sporttreiben - die Vereine offerierten durchwegs ihre Unterstützung für zukünftige Veranstaltungen. Ragg: „Mit dem Projekt BrückenBauen konnte ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht werden. Es bedarf jedoch noch weiterer Investitionen, um den Bewegungsgedanken langfristig in den teilnehmenden Einrichtungen der Lebenshilfe Tirol zu etablieren".

Für weitere Informationen:

MMag. Florian Ragg
Projektkoordinator
Sportunion Tirol
Rennweg 8
6020 Innsbruck

T: +43 (0) 512 586 451
F: +43 (0) 512 582 156
M: +43 (0) 664 885 034 83
f.ragg@sportunion-tirol.at

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Bildunterschrift: v.l.n.r. Günther Mitterbauer, Florian Ragg, Elisabeth Gärtner, Anton Laucher. Foto:

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Bildunterschrift: Thomas beim Eisstockschießen beim Sportverein Haiming/Ötztal - Foto: Martin Muigg-Spörr

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Bildunterschrift: Ausbildung Ernährungsexperten in Ötztal Bahnhof - Leitung (Mag. Claudia Grothues) Foto: Florian Ragg

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Bildunterschrift: Schneeschuhwandern in Ochsengarten mit dem Sportverein Haiming/Ötztal. Foto: Martin Muigg-Spörr

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Bildunterschrift: Gabi beim Reiten am Bauernhof Hausegger in Winklen – im Rahmen der Aktivtage im Sommer 2009. Foto: Florian Ragg

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Bildunterschrift: Schnupperkurs Tennis beim TC Tarrenz (Im Hintergrund Mair Erika, Obfrau). Foto: Florian Ragg

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Bildunterschrift: Evelyn beim Kegeln am Badesee Umhausen im Rahmen der Aktivtage im Sommer 2009. Foto: Florian Ragg